Weil sie dachte, Liebe ist es, wenn man von morgens bis abends ausschließlich schöne Gedanken und Gefühle für jemanden hat. Aber so ist es nicht. Wie bitter, dass ihr das jetzt erst dämmert, Sevda, deren Name Liebe bedeutet und die nie einen blassen Schimmer hatte, was das wirklich heißt: Dass Lieben immer auch Hadern ist, immer eine Sehnsucht nach mehr, eine Kränkung darüber, dass nichts perfekt sein kann. Dass man nie genug sein kann. Dass man nie einfach zufrieden sein kann damit, wie die Dinge sind.

Fatma Aydemir / Dschinns

Nachdem er von der Oberfläche des Mondes auf die Erde hinabgeschaut hatte, veränderte sich seine ganze Perspektive. Plötzlich schienen die kleinen Dinge des Lebens – Golf, Friseurbesuche, Geburtstagsfeiern – aller Bedeutung beraubt zu sein.

Freunde und Verwandte zu Hause glaubten, dass die Kleinigkeiten des Daseins durch die Raumfahrt für ihn noch kostbarer geworden sein könnten. Selbst die Wissenschaftler, beeindruckt von der Größe der erfolgreichen Mission, neigten zu dieser rührseligen Vorstellung, doch in Wahrheit stellte der Astronaut fest, dass es das genaue Gegenteil erlebte. Wenn er jetzt seine Mitmenschen betrachtete, empfand er nur ein Gefühl der Enttäuschung und Verachtung.

Benjamin Myers / Der Astronaut (Aus: Der längste, strahelndste Tag)

“You know, those men: bike riding, knitted sweater? Pretends Facebook isn’t important to him, but it really is?” I was met with a blank stare, so carried on. “Craft beer, start-ups, sense of entitlement? Reads books by Alain de Botton, needs a girlfriend who doesn’t threaten his mediocrity?”

Candice Carty-Williams / Queenie

Wie oft hatte ich mir das Beste aus den beiden Gesellschaften für die jeweils andere gewünscht. Ich hatte davon geträumt, dass sich die Fayu besser um ihre Verletzten und Kranken kümmern und wir im Westen mehr Verständnis und Unterstützung für diejenigen aufbringen, die mit emotionalen und psychischen Problemen zu kämpfen haben. Und doch wusste ich, dass es gar nicht anders sein konnte. In der Stammesgesellschaft mussten die Menschen körperlich stark sein, um zu überleben und die Gemeinschaft zu unterstützen. In der westlichen Gesellschaft musste man vor allem emotional stark sein, um erfolgreich zu sein und seinen Platz zu finden.

Sabine Kuegler / Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

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