Wie oft hatte ich mir das Beste aus den beiden Gesellschaften für die jeweils andere gewünscht. Ich hatte davon geträumt, dass sich die Fayu besser um ihre Verletzten und Kranken kümmern und wir im Westen mehr Verständnis und Unterstützung für diejenigen aufbringen, die mit emotionalen und psychischen Problemen zu kämpfen haben. Und doch wusste ich, dass es gar nicht anders sein konnte. In der Stammesgesellschaft mussten die Menschen körperlich stark sein, um zu überleben und die Gemeinschaft zu unterstützen. In der westlichen Gesellschaft musste man vor allem emotional stark sein, um erfolgreich zu sein und seinen Platz zu finden.

Sabine Kuegler / Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

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