Es beginnt mit einer Bemerkung meiner Mutter. Sie zeigt auf das Sandwich, das ich mir gerade mit einer dicken Schicht Butter bestrichen habe, und sagt, sie hoffe, dass ich doch wohl nicht “das alles” essen wolle. Da ich sie mit der Hochnäsigkeit meiner dreizehn Jahre ansehe, fügt sie hinzu, dass ich sonst zu viele Formen bekomme (schon wieder diese Formen!). Ich begreife es zwar, doch ich esse weiter nach Herzenslust, Brot, Butter, Wurst, wie jeden Nachmittag. Ich begreife es und komme dann ins Zweifeln und betrachte meinen Körper zum ersten Mal als ein Objekt, auf das ich einwirken kann. Dieser Satz meiner Mutter, ihre schonungslose Warnung, sagt mir, dass ich eine Wahl habe, dass ich in dieser Sache das Sagen habe. An diesem Tag werde ich mir meines Körpers bewusst, ich begreife, dass er mir gehört. Das ist der Beginn von Qualen, denn von da an werde ich ständig an ihn denken.

Brigitte Giraud / Einen Körper haben

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