‘Das Leben ist eins der Härtesten’, hatte Silkes Oma immer zu ihr gesagt, wenn die Depressionen im Winter wieder schlimmer wurden und ihr nichts anderes mehr übrigblieb, als über die ganze Sache zu lachen. Es war ein verzweifeltes Lachen, ein alternativloses, aber eben auch ein Lachen.

Giulia Becker / Das Leben ist eins der Härtesten

Kurz bevor der Baumarkt kommt, verweist ein Straßenschild darauf, dass es links in Richtung Eden geht. Kurt und ich wollten immer mal ein Foto davon machen, weil es so schön, so romantisch klingt, einfach irgendwo abzufahren und in Eden zu sein. Gauger fährt geradeaus.

Sarah Kuttner / Kurt

Aber er hasste ihre Marotten, ihre Art zu leben. Die strikten Essenszeiten, 12 Uhr, 19 Uhr. Ihre Manie, alles zu rationieren, aufzuteilen, die Tage wie die Torten. Der Vater, der nach dem Essen den Hosenkopf öffnete. Ihre Meinung zu allem, einfach, ehrlich, die ewig Betrogenen. (…) Sie konnten sich nur aufregen, das ist nicht normal, so geht das nicht weiter, das ist unmenschlich. Mit diesen drei Beilen fällten sie alle Urteile, oder fast. Und obwohl das Leben ständig ihre Voraussagen widerlegte, ihre Hoffnungen enttäuschte und sie hinters Licht führte, hielten sie an ihren Prinzipien von vorgestern fest. Sie respektierten weiterhin ihre Chefs, glaubten, was sie im Fernsehen sahen, sie waren begeistert, wenn es verlangt wurde, und ärgerten sich auf Knopfdruck. (…) Hacine hätte jemanden gebraucht, mit dem er über all das sprechen konnte, einen Verbündeten. Er arbeitete mittlerweile im Lager bei Darty in Lameck, ein unbefristeter Job, und jedes Mal wenn er seinen Kollegen sagte, dass er es nicht mehr aushalte, gab es einen, der sagte, dass ein Kind die schönste Sache der Welt sei. Auf der Arbeit und überall sonst herrschten Allgemeinplätze, die dazu dienten, die Zustände zu verschleiern, sich an einem Glück zu berauschen, um nicht an der Wirklichkeit zu verrecken.

Nicolas Mathieu / Wie später ihre Kinder

Unsere Zivilisation verfügt über viele Betäubungsmittel, die den Leuten helfen, sich ihres Alleinseins nicht bewusst zu werden: Da ist vor allem die strenge Routine der bürokratischen, mechanischen Arbeit, die verhindern hilft, dass sich die Menschen ihres tiefsten Bedürfnisses, des Verlangens nach Transzendenz und Einheit, bewusst werden. Da die Arbeitsroutine hierzu nicht ausreicht, überwindet der Mensch seine unbewusste Verzweiflung durch die Routine des Vergnügens, durch den passiven Konsum von Tönen und Bildern, wie ihm die Vergnügungsindustrie bietet; außerdem durch die Befriedigung, ständig neue Dinge zu kaufen und diese bald wieder gegen andere auszuwechseln. (…) Die Welt ist nur noch da zur Befriedigung unseres Appetits, sie ist ein riesiger Apfel, eine riesige Flasche, eine riesige Brust, und wir sind die Säuglinge, die ewig auf etwas warten, ewig auf etwas hoffen und ewig enttäuscht werden.

Erich Fromm / Die Kunst des Liebens

There’s a truth that’s deeper than experience. It’s beyond what we see, or even what we feel. It’s an order of truth that separates the profound from the merely clever, and the reality from the perception. We’re helpless, usually, in the face of it; and the cost of knowing it, like the cost of knowing love, is sometimes greater than any heart would willingly pay. It doesn’t always help us to love the world, but it does prevent us from hating the world.

Gregory David Roberts / Shantaram

Ted knutscht mit Rachel herum und fasst ihr an den Hintern. Während er das macht, wird ihm klar, dass es möglich ist, an etwas Gefallen zu finden und sich zugleich nicht im Mindesten dafür zu interessieren. Schon allein dieses Gefühl – Gefallen an etwas zu finden und sich zugleich völlig losgelöst davon zu fühlen – empfindet er als ziemlich angenehm. Er fragt sich, ob er auf wundersame Weise zum Buddhisten geworden ist oder gerade einen Nervenzusammenbruch erleidet.

Kristen Roupenian / Cat Person

We shouldn’t date nur noch mit jedes Ding hat seine Zeit übersetzen. Alle flippen völlig aus, ziehen an die Datumsgrenze, lieben ihren Nächsten wie sich selbst, passen fortan in Englisch besser auf.

Gabriel Yoran / Aussprachehilfen, alle flippen völlig aus

Und weißt du nicht, dass die Frauen immer glauben, dass die Männer wollen und nur nicht können, dass die Männer so viel sagen möchten und bloß die Worte nicht finden, die Frauen glauben an die Liebe, beißen sich fest wie Piranhas.

Mareike Fallwickl / Dunkelgrün, fast schwarz
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